Leitgedanke

Der Osterhof ist ein psychotherapeutisch / heilpädagogisches Kinderheim, das sich seit seiner Gründung im Jahr 1965 als „Brücke zur Familie“ versteht. Ziel ist die Reintegration des Kindes in seine Familie. Der Osterhof arbeitet mit einem ganzheitlichen Ansatz, bei dem nicht die Symptomatik des Kindes im Mittelpunkt steht. Das integrative Therapiekonzept hat einen familientherapeutischen, tiefenpsychologischen Verstehenshintergrund. Das Kind mit seiner Problematik oder Störung wird somit auf dem Hintergrund seiner familiären Erfahrungen, Bindungen und den Persönlichkeiten im familiären System verstanden. Daher sind auch die Eltern, das familiäre System, die Bezugspersonen mit in das Konzept des Osterhofs integriert. Ein wesentliches Kriterium der therapeutischen Arbeit im Osterhof ist, dass Pädagogen/Therapeuten mit den hier aufgenommenen Kindern in Wohngemeinschaft zusammenleben. Die Kinder wohnen in Doppel- oder Einzelzimmer.

Nach der Erstellung einer umfassenden Diagnostik erhält jedes Kind einzel- und/oder gruppentherapeutische Behandlungen in Form von tiefenpsycholgisch fundierter Kinderpsychotherapie, von therapeutischem Reiten, tiefenpsychologisch fundierter Kunsttherapie, heilpädagogischen Übungsbehandlungen, Autogenem Training, Logopädie, heilpädagogische Entwicklungsförderung und Motorik-Training, heilpädagogische Musik- und Gestaltungsangebote.

Entsprechend dem Grundgedanken des Osterhofs, nämlich „Brücke zur Familie“ zu sein, werden auch die Eltern der Kinder intensiv in den therapeutischen Prozess mit einbezogen. So wie für die Kinder gibt es auch für die Eltern ein begleitendes, psychotherapeutisches Angebot. Die Eltern kommen zu regelmäßigen Wochenendbesuchen in den Osterhof, dabei stehen ihnen Elternappartements mit Bad/WC, kleiner Küche und Terrasse kostenfrei zur Verfügung. Während dieser Zeit finden Sitzungen im Rahmen der begleitenden Elterntherapie statt, in denen sowohl die Beziehungen zum Kind, wie auch aktuelle Konfliktthemen und das familiäre System reflektiert und bearbeitet werden können. 

Die Reintegration zu den Eltern bzw. in Familie gelingt in der Regel nach einer Verweildauer von knapp 2 Jahren.

Kinder, die nicht zu ihren leiblichen Eltern oder einem Elternteil zurückkehren können, werden von uns auf eine Ersatzfamilie (Pflege- oder Adoptivfamilie) vorbereitet, die wir ebenfalls in unsere therapeutischen Bemühungen mit einbeziehen.

Bei einem kleinen Teil der im Osterhof betreuten Kinder stellt sich heraus, dass sie sich aufgrund schwerer Traumatisierungen nicht mehr auf das „Wagnis Familie“ einlassen können. Bei diesen Kindern gilt es, eine alternative Perspektive zu erarbeiten und die Integration dorthin vorzubereiten. Dabei ist die Herkunftsfamilie entwicklungsnotwendig zu integrieren – unter Berücksichtigung der traumatisierenden Vorgeschichte (vgl. 3-Generationen-Haus Igelsberg).